Alpendorf goes Urban! Neulich im Alpendorf…

Gerade zurück aus Dubai und bereit für eine Reise nach London ist kurz Zeit, die Ruhe und Beschaulichkeit des Heimatortes in den österreichischen Alpen zu geniessen. Lange Zeit war dieser Ort und seine Bevölkerung typisch ländlich geprägt: die meisten Einheimischen Pendler, in der Landwirtschaft oder im Tourismus beschäftigt. Im Wesentlichen ist das immer noch so, allerdings wird in den letzten Jahren eine Entwicklung sichtbar: über die Datenautobahn sind wir permanent mit unseren Büros verbunden, sodass wir heute auch daheim im Home-Office bleiben können. Daher spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob unser Büro nun  20 Minuten oder 2 Stunden mit dem Auto entfernt ist, da wir nicht regelmässig dort einchecken. Wir sind über VPN-Client mit dem Office verbunden und via Skype mit Kunden und Partnern in Kontakt. Diese sitzen oft ebenfalls in ihrem Home-Office und befinden sich rein physisch alles andere als zentral in irgendeiner City. Vor kurzem hatte ich eine Telefonkonferenz mit einem Partner in einem Kaff irgendwo in Iowa. Diese komfortable Konnektivität ermöglicht nicht nur pensionierten „Gold Collars“ den Luxus vom Leben auf dem Land in sozialer Sicherheit und sauberer Umwelt. Auch  junge High Potentials mitsamt ihren Familien kaufen Immobilien und lassen sich nieder. Es wird urban auf dem Land.

Diese an und für sich erfreulichen Entwicklungen führen  zu einer besseren infrastrukturellen Versorgung zum einen und zu einer signifikanten Verteuerung von Immobilien zum anderen – wohl zusätzlich angeheizt durch finanziell unsichere Zeiten und der Tendenz „Grundbuch statt Sparbuch“. Dieses auch als „Alpine Gentrifizierung“ bekannte Phänomen lässt Bauland und Wohnraum für viele Einheimische unerschwinglich werden. Wer nicht erbt muss gehen?  Eine Frage der Zukunft lautet also: Ist das marunde Landleben ein Auslaufmodell? Und: ist das Alpendorf der neue Speckgürtel?

Odr?

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