Ich will aber keine Nummer!!!! Neulich am Bahnhof in Düsseldorf….

Erdreistete ich mich, im Reisezentrum der Deutschen Bahn eine Fahrkarte kaufen zu wollen. Man stelle sich nur vor, da könnte ja jeder daherkommen!! Ok, es gibt Automaten, aber manchmal ist es schön, wenn Frau ihren speziellen Fahrkartenwunsch einem  echten Menschen schildern kann der dann mit der ihm eigenen Kompetenz eine  Lösung anbietet – oder noch besser – eine Fahrkarte.

Ich naives Landei, verwöhnt durch ein serviceorientiertes Umfeld bis zum Geht-nicht-Mehr gehe also  in dieses Reisezentrum, 3 Schalter besetzt, keine anderen Kunden da ausser mir. Ich stelle mich brav hin und warte, bis die Mitarbeiter dort vielleicht aufhören mich zu ignorieren und auf mein lautes, deutliches und  freundliches “Grüss Gott” reagieren. Aus heutiger Sicht glaube ich,  dass das ein Fehler war. Vielleicht habe ich jemanden in seinen religiösen Gefühlen  verletzt. Ehrlich, das wollte ich nicht. Mir wurde einmal gesagt, “Böse  Mädchen kommen überall hin”, also ging ich forschen Schrittes zu einem der  drei freien Schalter, sage nochmals “Grüss Gott” (damned, sooo  provokant aber auch) und “kann ich bei Ihnen bitte eine Fahrkarte  kaufen”. Schaltermitarbeiter, nicht  von seiner Lektüre aufschauend: “Da müssen Sie eine  Nummer ziehen”. Kundin, ungläubig: “eine Nummer??” Schaltermitarbeiter,  genervt: “keine Nummer, keine Karte”. Kundin, aufs Ganze gehend  “ist das wegen der langen Warteschlange?”. Schaltermitarbeiter, noch mehr genervt. “Nein, das ist seit zwei Jahren so. Aha. Kundin denkt, “no  risk no fun”, geht zum Nebenschalter und fragt: “Möchten Sie mir  vielleicht eine Fahrkarte verkaufen?” Schaltermitarbeiterin, nicht von  der Lektüre aufschauend: “Ja, wenn Sie vorher eine Nummer ziehen.

Kundin, völlig  genervt, verlässt das immer noch kundenfreie Reisezentrum, mietet sich einen Wagen  und fährt zurück in die heimatlichen Berge.

Deutsche Bahn – so wird das nichts.

Leave a Reply